Auf den Spuren von Jurassic Park – KHON KAEN, KALASIN

Thailand mangelt es nicht gerade an Drehorten legendärer Filmproduktionen, doch wer hätte gedacht, dass man sich hier sogar in Steven Spielbergs Science-Fiction-Streifen Jurassic Park wähnen kann? Die Dinosaurier-Funde im Nordosten zählen zu den bedeutendsten der Welt und haben abseits der Touristenpfade moderne, interaktive Museen entstehen lassen, die von faszinierender Anziehungskraft sind.

Es war 1976, als der Geologe Sudham Yaemniyom auf der Suche nach Uran die ersten Überreste von Dinosauriern in Thailand fand. Doch erst was Mitte der 1990-er Jahre in der Nähe des Phu Wiang Nationalparks in der Provinz Khon Kaen ans Tageslicht kam, löste ein regelrechtes Dinosaurier-Fieber aus: Mithilfe französischer Paläontologen wurden sieben versteinerte Prachtexemplare der über 200 Millionen Jahre alten Urzeittiere entdeckt. Die Forscher vermuteten, dass diese Saurier einst in einem reißenden Fluss ertranken, ihre Körper dann von Sedimenten bedeckt wurden und schließlich versteinerten.

Mehrere Jahre waren die Knochenfunde der fünf bis zu 19 Meter langen, an die 17 Tonnen schweren Pflanzenfresser und der zwei kleineren Fleischfresser nur mit einem einfachen Wellblechdach geschützt. Doch das später an der Zufahrtsstraße zum Phu Wiang-Nationalpark errichtete moderne Dinosaurier- Museum genießt heute ob der anschaulichen und teilweise interaktiven Darstellungen sowie dem angeschlossenen Forschungszentrum eine hohe Reputation. In einer Abteilung mit eigens inszeniertem Urzeit-Klima werden zum Beispiel drei Saurier in ihrem mutmaßlichen Lebensumfeld präsentiert. Auch wer den umliegenden Nationalpark erkundet, mag sich aufgrund der geheimnisvoll anmutenden Natur zuweilen mitten in einem Jurassic Park wähnen.

DIE MODERNEN DINOSAURIER-MUSEEN IM NORDOSTEN LASSEN ES NICHT AN ANSCHAULICHKEIT UND FANTASIE FEHLEN. SIE SIND DIDAKTISCH AUFGEBAUT UND HABEN SPANNENDE REKONSTRUKTIONSVERSUCHE ZU BIETEN.

Etwas tiefer im Isaan, wie der weitläufige Nordosten Thailands genannt wird, verbirgt sich noch eine weitere, ähnlich bedeutende Ausgrabungsstätte. Davon kündet rund 30 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Kalasin (bzw. rund 150 nordöstlich von Khon Kaen) in den Ausläufern des Phu Kum Khao- Gebirges eine eindrucksvolle Herde lebensgroßer, filmreifer Dino-Figuren aus Zement. Im nahe gelegenen Sirindhorn Dinosaur Museum können die Besucher durch geheimnisvolle, teilweise als Tunnel angelegte Gänge in eine längst vergangene Epoche und zur größten Vielfalt an Saurier-Exponaten in Südostasien gelangen – sowie mit etwas Glück sogar den Forschern bei ihrer spannenden Arbeit über die Schulter schauen. Natürlich ist es kein Zufall, dass das 2007 eröffnete, zwölf Millionen US-Dollar teure Museum den Namen der thailändischen Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn trägt: Sie gilt als bedeutende Förderin von Forschung und Wissenschaft – und hat auch engagiert die Gelder für den Bau zusammengetragen. Zudem ist mit dem „Phuwiangosaurus Sirindhornae“ sogar einer der größten in Thailand gefundenen Dinosaurier nach ihr benannt – wie auch einer illustren thailändischen Briefmarken-Serie zu entnehmen ist.

Übrigens: Ein Besuch der Dinosaurier-Ausgrabungsstätten im Nordosten Thailands empfiehlt sich nicht zuletzt als Einstimmung auf Jurassic Park IV. Denn das nächste Epos ist bereits in Arbeit – und soll spätestens 2015 in die deutschen Kinos kommen.

INFO
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Phu Wiang-Nationalpark (mit Ausgrabungsstätten)
täglich 08:00-16.30 Uhr
Eintritt ca. 4,50 € (Kinder 2,25 €)
Telefon: 043-358 073

Phu Wiang Museum
dienstags bis sonntags 09:00-17:00 Uhr
Eintritt ca. 1,40 € (Kinder 0,70 €)
Telefon 043-438 204

Sirindhorn Dinosaur Museum (Kalasin)
dienstags bis sonntags 09:00-17:00 Uhr
Eintritt 2,20 € (Kinder 1,10 €)
Telefon 043-871 014